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Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Charakteristik:  

Das Wiesenschaumkraut ist ein ca. 10-50 cm hoher Kreuzblütler der Feuchtwiesen. Sie ist eine ausdauernde Pflanze, mit dünnen, kriechenden Rhizomen, die im Erdreich überwintert.
Die Grundblätter sind gestielt und unpaarig gefiedert und bilden eine Halbrosette. Der Stängel hat eben- falls kurzgestielte, gefiederte Blätter. Die Kreuzblüten bestehen aus vier Kronblättern mit sechs gelben Staubblättern und vier grünen Kelchblättern.
An den Stängeln findet man häufig weiße, schaumartige Massen, in denen die Larven der Schaum- zikaden leben. Daher auch der deutsche Name.

 
 
Name:
Die botanische Bezeichnung Cardamine pratensis setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort kárdamon = Kresse und dem lateinischen praténsis, was mit auf Wiesen wachsend übersetzt werden kann.
 
Verbreitung und Vorkommen:
  • In fast ganz Europa bis zur arktischen Klimazone in Nordasien und Nordamerika.
  • nährstoffreiche Feuchtwiesen und Flachmoore, sowie lichte und feuchte Laubwälder
  • Großseggenrieder, Bachufer und Auwälder
  • Gräben, Uferbereiche
  • feuchte bis frische Wiesen- und Rasenflächen in Grünanlagen, Parks und Privatgärten
 
Blüten und Früchte:
  • Blüht von April bis Juli, Frühblüher
  • Nektarreich und wird von Bienenverwandten und Faltern bestäubt
  • Fruchtreife: Juni bis Juli
  • Schoten öffnen sich bei Reife explosionsartig durch Saugmechanismus (Saftdruckstreuer)
  • Streuweite bis 2,4 m
  • Vegetative Vermehrung durch Selbstableger (Brutpflänzchen) möglich, die an den Fiedern der Grundblätter entstehen, wenn sie feucht lagern
 
Gefährdung:
  • Rückgang des Feuchtgrünlandes
  • Entwässerung der Feuchtwiesen
  • Intensive Bewirtschaftung und Beweidung
  • Eindeichung der Auenbereiche
 
Schutzmaßnahmen:
  • Extensive Bewirtschaftung
  • Wiedervernässung der Flächen
  • Rückbau der Deiche im Auenbereich
 
Verwendung:
  • Arzneiliche Verwendung wegen der stoffwechselfördernden und harntreibenden Wirkung
  • Pflanze enthält Senfölgykoside, Bittersoffe und Vitamin C
  • Junge Blätter und Blütensprosse roh oder gekocht verwendbar
 
Besonderheiten:
Das Wiesenschaumkraut ist von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen zur Blume des Jahres 2006 ernannt worden. Die Wahl wird damit begründet, dass ein schleichender Rückgang des Biotoptyps Feuchtwiesen zu verzeichnen ist und somit die Verbreitung der Art gefährdet ist.
  © AKFW e.V. 9/2005